Daguerreotypie

Als bekannt Fotoaffiner, bedenken einen liebe Menschen hin und wieder mit Geschenken fotografische Natur. Ich habe diese wunderbare, leicht colorierte Daguerreotypie geschenkt bekommen. Ich kenne die abgebildeten Menschen nicht, aber ein handschriftlicher Zettel, der sich innerhalb des Rahmens versteckte sagt etwas von einer Familie Treser. Woher? Keine Idee.

Ich liebe solche Kleinode, und einmal mehr wird einem der Stellenwert bewusst, den Fotografie einmal hatte. Sie war etwas besonderes, etwas wertvolles. Ob Fotografie diesen Stellenwert je wieder erreicht? Vermutlich nicht, aber es wäre schön, wenn jeder von uns Fotografierenden versucht nur ein klitzekleines Stückchen dieses Gedankens wieder zu leben.

Halbheiten

Ist das Leben voll von verpassten Chancen oder voll von ergriffenen Gelegenheiten? Die klassische Frage nach dem halbvollen oder halbleeren Glas.

Ich habe als Jugendlicher mit Kampfsport begonnen. Mein Trainer sagte damals, ich sei ein grosses Talent, aber schon einige Jahre zu alt, um nochmals wirklich erfolgreich zu werden. Ich habe 10 Jahre lang Klavier gespielt, war wohl einigermassen talentiert, aber zum richtig guten Pianisten hat es nicht gereicht. Bis zu meinem Studium habe ich nie wirklich lernen müssen, der Stoff ist mir mehr oder weniger zugeflogen und ich hätte mit ein wenig Aufwand ein ausgezeichnetes Abitur machen können. Meines war mittelmässig, mich haben zu dem Zeitpunkt andere Dinge interessiert…

Ich kann mich heute als recht erfolgreichen und glücklichen Menschen bezeichnen. Trotz vieler Gelegenheiten, die ich ziehen lies. Hin und wieder ärgere ich mich, dass ich vereinzelt nicht mehr Ehrgeiz entwickelt habe. Vielleicht sind mir auch viele Dinge zu einfach gefallen, ich konnte passable Fähigkeiten entwickeln, die zum Angeben und Weiterkommen gereicht haben und mich neuen Dingen zuwenden. Der berühmte Weg des geringsten Widerstands. Oder die Träume, die ich heute als verpasst betrachte waren eben keine echten Träume, weil die notwendige Leidenschaft gefehlt hat. Talent ohne echte Passion reicht eben nicht.

Vermutlich bin ich kein talentierter Fotograf, denn das was ich heute kann, musste ich mir erarbeiten. Dafür darf ich getrost behaupten, dass mich die Fotografie gefangen nimmt wie nichts zuvor und mangelnder Ehrgeiz diesmal nicht das “Problem” ist. Das Alter spielt hier auch keine Rolle mehr, also wer weiß, vielleicht wird es in der Fotografie noch was mit der Meisterschaft. Ich glaube das Glas ist halbvoll. Definitiv. Prost!

Vergangenes

Auch wenn es nichts bringt und ändert: wenn ich einem Film nachtrauere, dann ist es der Fuji Neopan 400. Meine Vorräte neigen sich dem Ende und einmal mehr erstaunt und begeistert mich der Film und seine breite Einsetzbarkeit. Hier gepusht auf ISO 1600 kommt er ohne zu aufdringliches Korn aus und zeigt sich als idealer und ausgewogener Indoor-Film bei eher schummrigen Lichtverhältnissen.

Das Wochenende war schön, die Familie mal wieder zu sehen ebenso. Ich habe nur einem Film belichtet, diesmal bleiben die meisten Erinnerungen im Kopf…

Ich bin schwach geworden

Eigentlich wollt ich ja nicht mehr weiter in Kleinbild investieren. Meinen Messuchertraum hab ich mir zwischenzeitlich erfüllt und mit der Zeiss Ikon lassen sich doch fast alle Kleinbildeinsätze absolvieren. Für die wenigen Ausnahmen bietet der Fundus noch einige Teilnehmer der berühmten Olympus OM Familie, eine Nikon F80 (meine erste selbstgekaufte SLR) tut auch noch ihren Dienst, kein Notstand also.

Sicher, es gab im KB-Bereich immer schon SLRs, die mich noch gereizt haben. Die Contax Familie z.B., mit der RTS III und der unglaublichen AX und eben auch Nikon mit seiner F3, der Kamera, die ihre Nachfolgerin überlebte und als Inbegriff des unverwüstlichen Arbeitsgerätes gilt.

Da screene ich also so nebenbei meine üblichen Kamerabörsenseiten und mein Blick fällt auf ein bebildertes Angebot einer Nikon F3 HP, zusammen mit einem 4-köpfigen Linsenpark, Lichtschachtsucher, Blitz, reichlich bebildert (und auf den Bildern sieht das Equipment nahezu ungenutzt aus) und das ganze halbwegs bei mir um die Ecke zu einem sehr attraktiven Preis. Kontakt aufnehmen, hinfahren, denken die Kamera hat ne Macke, weil man zu doof war die Batterie richtig einzulegen, Recherchieren, nochmals Hinfahren, Abholen, glücklich sein.

Bis auf die Tatsache, dass die Lichtdichtungen den üblichen altersbedingten Zustand aufweisen, sieht das Teil aus wie nie benutzt. Sämtliche Features funktionieren noch tadellos, selbst die Displaybeleuchtung, der bekannteste und sicherste Ausfall bei gebrauchten F3s verrichtet noch anstandslos seinen Dienst. Yay! Der Verkäufer hat mir sogar noch einen Cokin Filterhalter samt SW-Filtersatz mit eingepackt. Herz was willst Du mehr…

Ich könnte schwach werden