Wo bleibt der Spaß in der Fotografie? Nennt mich einen notorischen Nörgler, aber angesichts der 5. Jahreszeit die im November beginnt und mit der ich in ihrer organisierten Form herzlich wenig anfangen kann, frage ich mich allen Ernstes – nettes Wortspiel übrigens, aber egal – wo bleibt der Spaß in der Fotografie?
Ja, mir ist es auch ernst mit meinem Hobby und das Streben nach Verbesserung ist ein großartiger und lobenswerter Ansatz. Aber doch nicht so dogmatisch und bierernst. “Du willst Fotografieren lernen? Wir sind deutsch, wir haben einen Plan und wir geben Ratschläge!” Jeder fotografische Mißgriff wird kategorisch unter Verschluß gehalten, kein Augenzwinkern, kein Desaster-Making-Off sondern allenthalben ein Showlaufen der Eitelkeiten. Perfekte Bilder (oder was die Leute darunter verstehen – o.k. hier mag es Raum für Amusement geben), perfekte Werkzeuge und dazugehörige Kaufempfehlungen und natürlich die genormten, sozialverträglichen Kommentare.
Für die, die schon Fotografieren können machen wir dann halt Kunst. Aber auch in aller Ernsthaftigkeit bitteschön!
Ich will nicht immer Lernen, ich will nicht immer produktiv sein, ich würde ab und an einfach mal gerne unterhalten werden und herzlich lachen. Über eine nette Anekdote zu einem beschissenen Bild, von einem Könner, in seinem Blog. Das wär doch mal eine Revolution…



Herr Olsen 21. Oktober 2010
Das ist doch mal eine Idee!
Ich werde mich mal auf die Suche nach einem Bild mit skurriler Geschichte machen.
Meine Platte müsste voll davon sein… (-:
Johannes 21. Oktober 2010
… I approve this message! Aber nee, ist wirklich wahr. Alles so.
Michael (R.) 21. Oktober 2010
Um Himmels Willen, bitte! Wo kämen wir denn hin, wenn wir die Ernsthaftigkeit in unserem Streben unterliessen? Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen, wussten schon die Engelchen bei Faust. Gut, vorher war ein kleiner Missgriff mit einer Minderjährigen nötig aber das Ergebnis zählt…
Ausserdem ich weiss ja garnicht was Dir fehlt, auf einigen Fotoblogs ist das ganze Jahr Fasching. Freudtrunkene Kommentare, alkoholduselige Red- und Freundseligkeit und Bilder, die auch im Vollrausch nicht bewundernswerter werden? Von mir aus.
Aber ich seh schon was Du meinst, ich vermisse auch oft die Leichtigkeit, mit der unsere Angloamerikanischen Freunde das manchmal angehen. Selbst eine Institution wie Luminous Landscape ist erfrischender zu lesen als manches oberlehrerhafte dahergegommel. Ausserdem verzichten die Leutchen dort konsequent auf jeden Kotau vor dem ach so herzallerliebsten Publikum. Seufz.
Ich komm zwar grad zu nix, seh das aber jetzt mal als Stöckchen an und springe bei nächster Gelegenheit mal drauf an. 2012, oder so.
boris 22. Oktober 2010
Ja, das Füllhorn an Misslungenem – da kann ich auch schwer auffahren…
boris 22. Oktober 2010
Wie sag ich immer? Illuminate-Mund tut Wahrheit kund…
boris 22. Oktober 2010
Wie 2012? Halt Dich mal ran ich will was lesen…
Kil 22. Oktober 2010
Gar nicht mal so schlecht die Idee. Wenn ich mal ein Bild total vermurkse und es ne lustige Geschichte dazu gibt, werd ich das auch mal veröffentlichen.
Michael Gelfert 29. November 2010
Ach komm, da übertreibt aber einer.
Arbeit nehme ich Ernst. Und das muß man auch, wenn was gescheites bei rauskommen soll.
Aber das wir alle zum Lachen in den Keller gehen und nie Fehler eingestehen ist ein fürchterliches Klischee, das immer gern von anderen Landsmännern ausgegraben wird. Müssen wir jetzt schonb selbst anfangen, uns in die Klischees zu sortieren?
Hier nur exemplarisch ein Gegenbeweis: http://www.michael-gelfert.de/blog/sonstiges/meine-fehler-top-10/
boris 29. November 2010
Übertreibung und bewusstes schwarz-weiß zeichnen gehört ja dazu, um auf Themen aufmerksam zu machen. Schön wenn Du einer der Fraktion des notwendigen Augenzwinkern bist. Welcome to the club…