Ultrarot

Oder auch Infrarot. Genau so einen Film habe ich eingelegt. Den Rollei Infrared 400. Ohne Filter und Gedöns, quasi als “normalen” schwarz-weiss Film. Vorweg gesagt ist der Film für die hybride Verarbeitung ein Traum. 5 Minuten Vorwässerung und der Filmträger kommt glasklar raus. Darüber hinaus scheint der Film extrem feinkörnige Ergebnisse zu liefern.

Ich hab leider mit der Belichtung grösstenteils mal wieder daneben gelegen, trotzdem hat mir der Rollei Infrared Appetit auf mehr gemacht. Ich werd nochmal ein wenig mit ihm spielen.

Euphorie

Wer hoch fliegt kann tief fallen, oder wie war das? In euphorischer Entwicklungslaune kann es dann doch mal zu leichter Fahrlässigkeit kommen, wie gerade erfolgreich exerziert.

Da ist man grad so schön bei der Sache und denkt sich, komm – den dritten Film entwickeln wir auch noch. Dumm nur, wenn man nur eine Dose und zwei Spulen hat, und die natürlich sorgsam abgespülten Spulen leider etwas weniger sorgsam abgetrocknet wurden. An nichts Böses denkend, hantiert man fröhlich im Wechselsack und denkt auf einmal, hey – warum klebt der Film aufeinander? Die langsam aufkeimende Panik ist beim Einfädeln auf die Spule nicht gerade förderlich und das Unheil nimmt seinen Lauf. Ein klumpen Film, den man grob auseinander reissen muss. Das hässliche Geräusch verheisst dabei nichts Gutes.

Herr Trout würde möglicherweise Trost mit den Worten spenden: “zumindest die Einmaligkeit ist gegeben, das hat Potential zur Kunst!” Wie auch immer – so sieht eines der noch halbwegs brauchbaren Ergebnisse aus. Wobei ich jetzt wirklich überlege, in wie weit man das zukünftig im Bildentstehungsprozess einbauen könnte.Im Sinne von Enwicklungs-Aktionskunst. Das wird bloss nix mit kontrollierten Prozessen;)

Familiengeschichte

Ich habe an anderer Stelle schon mal eine gewisse genetische Disposition für meine fotografische Begeisterung herangezogen. Zeit den Dingen auf den Grund zu gehen. Die vor einigen Wochen so nebenbei geäusserten Geschichte, dass mein Opa wohl einige Zeit als Fotograf arbeitete, hat nun etwas Fleisch bekommen.

Es ist die Geschichte eines Mannes, der 2 Weltkriege erlebte, als Musiker seine Chancen vertan hatte, in einem grossen Rundfunkorchester unter zu kommen, und sich dank seiner künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten mit Beziehungen über 3 Ecken, als Fotograf für ein grosses Industrieunternehmen verdingen konnte. Das Fehlen eines entsprechenden Ausbildungsbriefes und der finanziellen Mittel einen solchen nachzuholen, zwangen ihn schliesslich zum Wechsel. Vom Fotolabor an die Drehbank…

Ich bin sehr glücklich, dass noch ein Bild aus dieser Zeit existiert…

Schade Opa, dass Du nicht mehr erleben konntest wie Deine Geschichte weiter lebt.

Sax

Pinselstriche

Da hab ich ja nochmal Glück gehabt. Das gute, alte Rodinal war trotz beschriebener Versorgungslücke zur Stelle. Den gepushten R3 würd ich damit ja nicht quälen wollen, aber mit dem U200 mag ich es sehr.